Weihnachten und Logistik

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Oft wird die Logistik als Böse wahrgenommen. Sie wird nicht so wertgeschätzt wie ihr es eigentlich zustehen sollte. Logistik ist negativ verankert, da Flächen für Logistikzentren bebaut werden, außerdem ist sie umweltschädlich, wenn LKW um LKW im Stau stehen und mal lästig, wenn in der zweiten Reihe in der Innenstadt gehalten wird. Sie kostet aber auch viel Geld (Straßen, Brücken), die Fahrer werden schlecht bezahlt, die Logistik umgeht die Sozialvorschriften (Auslandsniederlassungen), belastet die Straße und nutzt nicht die Schiene. Dazu kommen schmutzige Containerriesen, die das Meer verpesten und vieles, vieles mehr. 

Dass ohne diesen Handel der erreichte Wohlstand nicht möglich wäre ist vielen nicht bewusst.

In der Öffentlichkeit herrscht oft eine Haltung, die Logistikern für das was sie tun die Schuld dafür gibt. Die Rolle, die jeder einzelne von uns in der Logistikkette hat, nämlich einerseits Kunde und Auftraggeber zu sein, andererseits aber auch Nutznießer von Logistikdienstleistungen, scheint den Wenigsten überhaupt klar zu sein. Wahrscheinlich liegt das daran, dass die Waren, Güter und die Services drum herum einfach vorhanden sind, selbstverständlich und immer verfügbar.


Weihnachten alleine hat nicht gereicht, um den Menschen die Augen zu öffnen und um die Wichtigkeit der Logistik erkennbar zu machen. Obwohl jedes Jahr selbstverständlich per App angekündigt wird, wann der Postbote mit seinem gewünschten Paket kurz vor Weihnachten stehen wird. Zwei von drei Deutschen (63 Prozent) haben ihren Geschenkeeinkauf zu Weihnachten im Jahr 2018 bereits online erledigt. Für die Mitarbeiter im Fulfillment und in der Logistik heißt das Schwerstarbeit. Damit am Heiligen Abend kein Kunde mit leeren Händen unter dem Weihnachtsbaum sitzt, ist für Online-Händler ein Monitoring der eigenen sowie der externen Prozesse gerade zur Weihnachtszeit besonders wichtig. Shop-Betreiber sollten kontinuierlich im Blick behalten, ob alle ihre Waren verfügbar sind oder sich irgendwo Lieferengpässe abzeichnen. Und auch bei den Versanddienstleistern gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Zeigt das Monitoring, dass Logistikpartner an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen und sich Zustellzeiten erhöhen, sollte der Wechsel auf einen alternativen Zusteller als Plan B vorbereitet sein.

 

 

Für uns ist es bereits Normalität jederzeit alles rechtzeitig und mit Ankündigung geliefert zu bekommen. Jetzt, als Pandemie und Weihnachten zugleich stattfanden wurde vielen erst Bewusst, wie wichtig Logistik doch.für jeden einzelnen ist. Schiffe, die nicht in Asien abfahren, Waren, die man nicht kaufen kann, Produktionsbetriebe, die kurz arbeiten lassen, weil die Vorlieferanten nicht liefern können. Flugzeuge, die nicht fliegen, Airlines und Flughäfen, die das nicht überstehen werden.

Die Lust auf den gesamten Onlinehandel hat stark zugenommen und ist teilweise die einzige Möglichkeit -besonders in Quarantäne- um sicher einkaufen zu gehen und alle Dinge die nötig sind zu erhalten. Ob Weihnachtsgeschenke oder Lebensmittel bis hin zu Toilettenpapier, heutzutage ist alles Online bequem nachhause lieferbar.

 

Noch wichtiger jedoch ist vielleicht, falls noch nicht bewusst. Die Impfung eines ganzen Volkes ist ohne eine herausragende Logistik vom Hersteller bis zum Tisch des Behandelnden im Impfzentrum nicht möglich. Ohne unsere gute Infrastruktur wäre all dies nicht möglich und wir würden kein Ende der Pandemie sehen können.

Auf die Logistik kommt es also an. Sie wird – wie alle Dienstleistungen – von Menschen gemacht. Zu erkennen, dass diese Menschen etwas Wichtiges tun, was unsere Gesellschaft braucht und gerne und oft nutzt ist essenziell. Wir alle nutzen die Logistik und sollten uns hier nicht gegen diese wenden.

Quellen:

https://www.christianschober.de/logistikblog/

https://www.marconomy.de/7-tipps-fuer-eine-kundenorientiere-weihnachtslogistik-a-785869/

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